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THE »BOG BLOG«

 

06.11.2018
Erste Besuche oder Irland im Herbst

Weite Hügel, die das schräg einfallende Sonnenlicht einfangen, und Farben, die von Licht und Schatten gleichermaßen geküsst wirken, erwarteten unseren ersten Besucher hier in „Lovely Leitrim“ wie es in einem berühmten Lied über die Gegend hier heißt. Nina, eine liebe Freundin aus Villach, war in der Halloween-Woche bei uns zu Gast und war bereits begeistert von der Landschaft und ihren Bewohnern, als wir sie nach ihrer Ankunft am Dublin Airport durch das dämmrig nächtliche Irland kutschierten. Gleichzeitig mit ihr kam eine arktische Luftströmung aus Norden und die Insel zeigte sich eine Woche lang von einer kalten, aber auch strahlend-klaren Seite. Temperaturen, die sich nächtens schon mal an den Gefrierpunkt heranwagten, waren für einen sommergewohnten Mitteleuropäer sicherlich eine große Herausforderung. Auch wir waren von den letzten Wochen mit Temperaturen in den mittleren 10ern durchaus verwöhnt, aber dennoch war der Wechsel hin zur Einstelligkeit bei der Celsiusskala für uns durchaus leichter. Eine gut gewählte Schichttechnik hinsichtlich der Kleidung war hier angesagt.

Ungeachtet der frischen Außentemperaturen genossen wir unsere gemeinsame Zeit mit vielen Unternehmungen. So hätte wohl jeder Reiseprospekt gern eine so gefüllte Woche voller Erlebnisse in der irischen Kultur und Natur. Wir starteten in das verlängerte Halloweenwochenende mit einem Besuch in unserem Nachbarort Keshcarrigan. Anlässlich des Halloween-Festes war der Ort mit unterschiedlichsten gruselig gestalteten Vogelscheuchen dekoriert, die schließlich in einem Wettbewerb premiert werden sollten. Tag eins entpuppte sich so zu einem Idealen Start für eine Fotosafari, denn anschließend gings gleich weiter zu Irlands ältestem „Horse Fair“, einem echten Pferdemarkt mit Freiluftmesse rund ums Thema Pferd und Tier allgemein, bei dem so mancher Paar- und Unpaarhufer seinen Besitzer gewechselt hat. Neben all den zum Kauf angebotenen Pferden, Eseln, Hühnern und Schweinen war ein Schaf namens „Daisy“ die Attraktion des Tages: Von Hand großgezogen lief es seinem Besitzer überall hin nach und folgte ihm auf kleine Zeichen und Worte – ein Hund im Schafspelz sozusagen.

Scarecrows Keshcarrigan Scarecrows Keshcarrigan Scarecrows Keshcarrigan

Scarecrows Sightseeing in Keshcarrigan

Mohill Horse Fair Mohill Horse Fair Mohill Horse Fair

Mohill Horse Fair

Um unsere Gegend richtig kennen zu lernen braucht man ein paar Tage um die wesentlichen Eckpunkte zu erfahren. Ballinamore ist dabei der Ausgangspunkt. Zwischen Ballinamore und Drumshanbo liegt Fenagh, unsere Gemeinde. Von dort aus geht ein Weg nach Leitrim Village und weiter nach Carrick on Shannon, das auch auf andern Wegen erreichbar ist. Carrick bildet sozusagen den westlichen Rahmen.  Im Süden wird unser Gebiet von Mohill begrenzt. Zwischen diesen Eckpunkten bewegen wir uns immer wieder hin und her. Ausflüge in den hohen Norden nach Sligo oder gar Donegal bilden die regelmäßige Ausnahme. Dieses grobe Quadrat wollten wir Nina zeigen und das ganze mit kleinen Ausflügen in den Norden spicken. Und so machten wir uns am Sonntag auf den Weg nach Bundoran ans Meer.

Bundoran, das südlichste Städtchen des County Donegal, war bis vor 50 Jahren noch mit dem Zug zu erreichen. Damals entwickelte sich in dem kleinen Küstenstädtchen ein recht aktiver Tourismus, der neben einem Golf- und einem Rummelplatz auch diverse Naturschönheiten zu seinen Attraktionen zählen darf. Zu jeder Jahreszeit und Wetterlage sind an diesem Küstenort auch seltsame Lebewesen zu beobachten, die sich mutig der Brandung des Ozeans entgegenstellen, landläufig „Surfer“ genannt. Besonders von den „Fairy Bridges“ und dem dortigen „Wishing-Chair“ aus kann man die scheuen Lebewesen beobachten, wie sie sich mit ihren Boards in beeindruckend große Wellen stellen. Wir sind immer noch überrascht, mit welcher Wucht sich der Atlantik hier bei eisigem Nordwind an den Felsvorsprüngen bricht. Auch Nina genießt das Schauspiel und hinterlässt beim sogenannten „Wishing Chair“ eine ganze Reihe an Wünschen. Etwas unterkühlt machen wir uns dann auf den Weg zurück und nehmen dabei noch den „Eagle‘s Rock“ mit, einen besonderen Ausblick auf die Rückseite unseres Lieblingsberges, des „Benbulben“. Es sollte ein Teaser für noch weitere Ausblicke auf diese zauberhafte Landschaft werden.

Fairy Bridges Bundoran Wishing Chair Bundoran Eagles Rock

The Fairy Bridges (links), The Wishing Chair (Mitte), The Eagls's Rock (rechts)

Montag war uns das Wetter wieder einmal mehr als gnädig: Während uns Donegal mit eisigem Wind begegnet war, boten sich die folgenden Tage annähernd windstill und zauberhafte Farben spielten in den Bäumen und auf den Wiesen als wir uns auf den Weg nach Sligo machten. Unser Ziel waren „The Acres“, ein Strand, den wir erst jüngst im Sommer kennengelernt hatten. Der hierzulande ungewöhnliche schwarze Strand mit runden, großen, schwarzen Steinen voller Fossilien war dank Google Maps rasch wieder gefunden. Vorbei am Lissadell House folgt man der Landstraße noch ein wenig und sucht dann den Weg nach Westen Am äußersten Punkt findet sich ein schmaler Zugang in die verwunschene Welt der Jahrmillionen alten Artefakte. Es war nicht verwunderlich, dass wir an diesem magischen Ort eine gute Zeit lang verweilten. Mit einigen Kilos dekorativer Steine für unseren Garten beladen ging es dann auch noch hinauf zum „Benbulben Forest Walk“. Wir hatten den Weg schon einmal im Sommer gemacht und wer sich an die Zahngeschichte erinnert, der weiß, wie dramatisch unsere Erstbegegnung mit diesem mächtigen Berg war. Diesmal aber überraschte uns der Herbst mit seiner überwältigenden Farbenpracht und machte diesen Ausflug zu einem ganz besonders zauberhaften Erlebnis. Entgegenkommende Hundebesitzer erklärten uns, dass eine solche Fernsicht auch für diesen Ort etwas Seltenes und ganz Besonderes darstellte. Erst zwei Ausflüge und Nina war bereits voll im Bann der Schönheit dieser Insel.

The Acres The Acres Benbulben

The Acres (links und Mitte), Benbulben Forest Walk (Benbulben)

Dann kam der Halloween-Tag mit einem Besuch auf dem alten Kloster-Friedhof von Fenagh im Sonnenuntergang. Die Halloween-Kulisse wurde mit dem aufziehenden Nebel perfekt inszeniert. Dann kam die Nacht der Geister. Und die sind hierzulande besonders fleißig! Mit einem mahnenden „trick or treat“ zogen sie in kleinen Grüppchen von Tor zu Tor (manche fuhren auch im elterlichen Taxi vor) und sammelten bereitgehaltene Süßigkeiten. Ein paar Bilder unserer spukenden Geister hängen wir hier gerne an. Wer hier in Irland eine solche Nacht erlebt hat, kann sich vorstellen, wie in alten Zeiten die Geschichten entstanden waren. Solche Stimmungen machen einen nachhaltigen Eindruck auf jeden, er sie erleben darf.

Fenagh Graveyard Trick or Treat

Nach einer abenteuerlichen Autofahrt durch den Nebel zu nächtlicher Stunde wartete mit der Mittwochabend-Session in Mac Girl’s Pub der nächste Höhepunkt unserer Woche. Jede Session hat ihre eigenen Gesetze und so war auch dieses Mal der Kreis der Musiker ein ganz besonderer. Neben unseren Freunden Máirtín und Chris waren diesmal auch junge Geiger, Banjospieler, eine Harfenistin und ein Bodhranspieler an der gemeinsamen Musik beteiligt. Die Gruppe war fast zu groß für das kleine heimelige Pub. Mit viel Musik und guten Gesprächen ging ein weiterer wundervoller Tag zu Ende. Dass sich dabei für den nächsten Tag auch gleich ein Besuch von Máirtín bei uns zu Hause ergeben würde, war eine ungeplante Draufgabe.

Nach einer etwas längeren Sessionnacht und einem Donnerstagvormittag in Carrick am wöchentlichen Bio-Markt mit interessantem Westküsten-Hagelschauer war uns heute nach einem ruhigen, entspannenden Tag zu Hause. Wir hatten Máirtín zum Essen bei uns eingeladen. Es ging tatsächlich gemütlich zu und zu viert gab es so viel zu erzählen und auszutauschen, dass wir wiederum bis lang nach Mitternacht zusammensaßen.

Dann war schon wieder Freitag und Nina musste nach Dublin Richtung Flughafen gebracht werden. Wir beschlossen, sie über den legendären Hill of Tara und Skerries mit unseren Seehunden nach Dublin zu bringen. Nach eineinhalb Stunden Autofahrt kamen wir nach Tara, den Krönungsort der einstigen irischen Hochkönige. Wir nahmen uns ausgiebig Zeit, die Energien dieses besonderen Platzes zu erleben. Ein im letzten Herbststurm geknickter Weißdornbusch bot uns seine Äste dar und wir pflückten fleißig, um Deko- und Bastel-Material für kommende Krippen und andere Dekorationsideen zu sammeln.
Nicht anders erging es uns in Skerries, als auch im kühlen Herbst "unsere" Seehunde beim Erklingen einer gewissen Flötenmeldodie wie auf Kommando ihre Köpfe lauschend aus dem Wasser streckten. Auch Nina war entzückt über das besondere Erlebnis! Allerdings wurde die Magie dieser Begegnung durch sinkende Temperaturen und zunehmenden Wind beeinträchtigt.

Skerries

Die Felsen von Skerries

Ein Abendessen beim Inder später checkte Nina im Airport B&B in Dublin um sich vor ihrem frühmorgendlichen Abflug noch eine kleine Mütze voll Schlaf zu gönnen. War Skerries in den letzten Jahren für uns immer mit Abschied und Rückflug nach Österreich verbunden gewesen, war es diesmal ein unbeschreiblich schönes Gefühl, sich wieder ins Auto zu setzten und gemütlich heim nach Hause zu fahren mit dem Wissen, nun jederzeit einen Tagesausflug hierher machen zu können... So fuhren wir also heim in unser neues Zuhause. Nun, da alle Gewürze an ihrem Platz stehen, Möbel verrückt und Bilder und Geigen aufgehängt wurden, ist das Ganze nicht mehr nur wohnlich, sondern richtig gemütlich. Und da sind auch unsere neuen Freunde wie Máirtín, der uns mit seinen bunten Erzählungen und seiner Musik immer wieder großartige Geschenke bereitet. Dann ist da Stephen, der uns nun bereits zum zweiten Mal die Verantwortung für sein Pferdchen Rosie übergibt, weil er verreisen muss. So übernehmen wir diesmal für eine ganze Woche lang die Pferdepflege, bekommen diesmal auch einen Führstrick und dürfen mit Rosie schon mal ein bisschen "arbeiten". Und dann ist da "Tibby Tabby", eine Katze, die im Heustadel nebenan wild lebt und sich uns als ihre neuen menschlichen Freunde auserwählt hat. Sie kommt immer wieder um sich eine Portion Streicheleinheiten und auch mal eine Portion Katzenleckerlis zu holen und machte es sich auch schon mal auf einem unserer Polstersessel gemütlich... Gestern Abend brachte sie uns als Dankeschön eine Portion Maus... ;)

Katzenbesuch

So werden wir täglich neu beschenkt. Allabendlich, kurz vor dem Einschlafen, fragen wir einander: "Wofür bedankst du dich heute?" Und mit den Geschenken im Herzen schlafen wir ein. Heute werden wir uns auch für einen Regentag bedanken. Es hat den ganzen Tag geregnet, das Wetter war durchaus ungemütlich, doch beim wohlig-warmen Ofen unseres feinen Häuschens mit schnurrender Katze auf dem Schoß war's umso gemütlicher. Dann drehte jemand das Ventil ab, der Regen war urplötzlich zu Ende und die goldene Herbstsonne bescherte uns einen Regenbogen wie wir ihn beide im Leben noch nicht gesehen hatten: Er spannte sich in doppeltem Bogen ganz und gar durchgehend über unserem Haus!!! Da kann man einfach nur DANKE sagen...

Regenbogen über Drumany Regenbogen über Drumany

Der Regenbogen war so groß und vollkommen - zu groß für unsere Kamera-Objektive...

Aber jetzt heißt es erstmal Volldampf voraus, denn es gilt, einen Job zu finden, der sich idealer Weise um all die privaten Interessen und Fixpunkte herum flexibel gestalten lässt. Und dann gibt es noch so viele Besuche zu machen, Freude zu treffen und Bekanntschaften zu schließen. Eine spannende Zeit liegt vor uns. Mal sehen, was die nächsten Wochen so alles bringen.

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Wir bedanken uns jedenfalls bei euch als unseren treuen Blog-Lesern für eure Anteilnahme und für eure lieben Rückmeldungen!
Hoffentlich haben unsere Kärntner Freunde das Hochwasser gut und unbeschadet überstanden?
Alles Gute bis zum nächsten Blog-Update nächste Woche ;)

 


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