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THE »BOG BLOG«

 

19.12.2018
Green Irish Winter und Shannon Pot

Irland wird uns nun langsam zum Lebens- und Arbeitsplatz. Es ist nicht mehr alles von dem anfänglichen Zauber umgeben, Vieles ist uns inzwischen vertraut geworden: der Shop um die Ecke, die Session Mittwochsabend, der Tanz mit unseren Freunden beim Set-Dancing, alles hat so seinen Platz. Und dennoch ist alles auch noch immer ein bisschen besonders.

Setdancing mit Weihnachtsfeier beispielsweise. Dort spielt dann ein  17 Jahre junger All Ireland Dance Champion plötzlich Banjo und mit Nikos Gitarre und Chris‘ Bodhrán dazu waren wir mitten drin in einer improvisierten Weihnachts-Tanz-Session, die so richtig groovte und die Tänzer jauchzen ließ. Auch die Musik bei unserer anschließenden Mittwochssession hat jedesmal etwas „anderes“. Und dann gibt es erste Vorstellungsgespräche und erste Zusagen. Und dann gibt es dieses Gefühl des Neu-Entdeckens. Und von diesem wollen wir euch heut erzählen.

Das Wochenende ist nun langsam unser gemeinsamer Entdeckungszeitraum geworden. Der eine oder andere Ausflug mag sich unter der Woche noch ausgehen, aber wir versuchen uns so gut wie möglich in einen Arbeitsrhythmus einzufügen und da bleiben oft nur noch die Wochenenden für ausgedehnte Spazierfahrten in die immer noch grüne Landschaft.

Der irische Winter ist eine seltsame Zeit. Nach Sonnenuntergang leuchten uns vorweihnachtliche Lichterketten entgegen, schmücken Bäume, Sträucher und Büsche, Hauseinfahrten, Fenster und Türen, während tagsüber alles um uns so grün ist wie in der alten Heimat nur im Frühling. Satte Gräser fühlen sich bei leichten bis mittleren Plusgraden genauso wohl, wie der weihnachtlich-dekorative Holly, der hier wie Unkraut mächtige Straßenhecken bildet. Und wenn wir dann wieder zu einem Ausflug kommen, dann merken wir einmal mehr, warum wir uns hier so unglaublich wohl fühlen.

Winter Daisy Holly

Der Ausflug dieser Woche gehörte der Erkundung des Shannon-Ursprungs. Christina hatte schon vor Längerem vom „Shannon Pot“ gehört, von jener ominösen Quelle, die den größten der irischen Flüsse speisen sollte, und bei dem verschiedene Unterwasserarme ein einzigartiges Becken bilden, aus dem sich dieser mächtige, sich 3000 Kilometer lang durch Irland mäandernde Strom speist. Und so war es dieses Wochenende soweit, diesen besonderen Platz einmal zu erkunden. Gesagt getan. Der Sonntag bot sich mit sonnigem, mildem Wetter geradezu an. Und wir machten uns auf den Weg: Vorbei an Drumshanbo, kurz noch an unsere Quelle bei Keadue den wöchentlichen Trinkwasservorrat auffüllen, und dann weiter am Lough Allen vorbei führte unsere erste Etappe zu einer verwunschen alten (neolithischen) Schwitzhütte, in die wir aber nicht wirklich hineinpassen... Von dort aus erreichten wir per Wanderweg eine wunderbare Anhöhe mit Schafen und Ausblick auf den Lough Allen, dem ersten von unzähligen großen und kleinen Loughs, durch die der Shannon auf seinem Weg in den Ozean fließt.

steam
Ein kleiner Bach mäandert durch winterliche Grün

sweathouse
Eingang der neolithischen Schwitzhütte

Sheep
Schaf mit Ausblick

Lough Allen
Nordufer des Lough Allen

Nach kurzem Jausen-Aufenthalt in Dowra, ging es dann über Nebenstraßen – oder besser Feldwege – weiter zum Shannon Pot. Der Ursprung des Shannons erwies sich als besonderes Highlight und wird in die „To Visit Liste“ für unsere Gäste mit aufgenommen. Die dazugehörige Legende wird dann auch direkt am Wasser erzählt. Nur soweit: Es geht dabei um den Lachs der Weisheit sowie um ein Mädchen, das ihn fangen wollte.

Shannon Pot Shannon Pot
Das wasser quillt von unten in den "Shannon Pot". Das Ufer ist recht steil, daher gibt's einen Rettungsring - just for the case...

Dann gings weiter: Wir wollten sehen, wie sich eine Rundreise um den „Slieve An Iarann“, unser Hausberg-Massiv, machen ließe. So führten uns weitere winzige Wege über so manche Hügelkette und in so manches verzauberte Tal. Sogar ein kurzer Abstecher nach Nordirland war dabei unumgänglich. Ein leuchtender Sonnenuntergang geleitete uns auf den letzten Kilometern nach Ballinamore, das uns mit seinen Weihnachtslichtern in festlicher Abendstimmung begrüßte.

Cavan Bogland
Bog-Land rund um den "Slieve an Iarann", den Eisenberg

sunset
Sonnenuntergang über den Bogs (Heideland)

 

LadyEshnaPurr Und last but not least hier wieder ein paar Grußworte von "Lady von Eschna-Purr":

„Mau! Meine Menschen sind jetzt eingeschult. Essen gibt’s morgens nach einmaligem Kratzen, Ein "MiMi" lässt sie das Fenster öffnen für meine morgendliche Runde durch den Garten und ums Haus. Ein langgezogenes "Miuuu!" vor dem Schlafzimmerfenster lässt sie dieses öffnen und dann folgt nochmal eine Mütze Schlaf in der warmen Stube. Einmal alle sieben Tage sind sie etwas nachlässig mit den fest einzuhaltenden Fütterungszeiten, aber da werden wir uns noch besser zu verständigen haben.
Die heimkehrende Familienkutsche erkenne ich schon am Schnurrgeräusch. Gut, dass die Menschen das Türöffnen schon so gut beherrschen. Wichtig ist nur, dass sie sich merken, wer zuerst das Haus betritt!
Da sie meine Mäusegeschenke nicht essen wollen, versorge ich meine Menschen jetzt ab und zu mit den von ihnen besonders beachteten Zaunkönigen. Vögel passen vielleicht besser in ihren Diätplan... Nun ja.
Ach ja, ab und an spielen sie mit seltsamen Dingen und machen so etwas, das sie Musik nennen. Ist ganz angenehm. Besonders den Klang des Schnur-Kastens mit dem behaarten Holzstecken finde ich beim Einschlafen so beruhigend. Purrrrrrrrrrrr...“

Advent-Holly

Wir wünschen Euch noch eine halbwegs stressfreie Zeit der Weihnachtsvorbereitungen und ein schönes 4. Advent-Wochenende!


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