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Vom Jobclub und ersten irischen Arbeitserfahrungen

Der irische Winter entsprach bis jetzt nicht den versprochen Klischees. Er sollte nass und kalt sein, wenig Sonne und kaum Tageslicht. Neben diesen schwer auf dem Gemüt lastenden Kurztagen sollte auch der Wind eine entscheidende Rolle spielen, um Temperaturen um die 4 Grad auch noch eisig erscheinen zu lassen. Nun ja, unser irischer Winter erweist sich bis jetzt freundlich-zurückhaltend. Die Tage sind zwar kurz, aber trocken, sonnig, gelegentliche ein wenig "damp" aber im Großen und Ganzen zeigt sich uns der Winter bis jetzt als echter Seelentröster. Denn während die Alpen selbst hier wegen Lawinen und anderer Unpässlichkeiten in die Schlagzeilen geraten, sind wir gerade bei einer schönen Runde Golf in Ballinamore unterwegs. And den Feld- und Waldrändern beginnt der ginster gelb zu blühen, in den Gärten strecken die ersten Frühlingsblüher gierig ihre Knospen dem Licht entgegen und die Vögel stimmen bereits ihre Frühlingslieder an. In der aufkommenden Frühlingsstimmung genießen auch wir unsere Zeit beim Musizieren, im Leitrim Job Club und beim Tanzen. Zu all diesen Dingen würde ich gerne in diesem Blog etwas erzählen.

Daffodils Schneeglöckchen

Der Leitrim Job Club ist eines von vielen Angeboten, die Arbeitssuchenden hier in Irland zur Verfügung gestellt werden. Und dieser Job Club, der vier Wochen lang halbtags stattfinded, ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, in die Irische Arbeitsseele zu blicken und sich über die hiesigen Möglichkeiten, Bewerbungsanforderungen und gesetzlichen Rahmenbedingungen zu informieren. Unsere beiden Coaches sind hoch motiviert und helfen uns nicht nur bei Bewerbungen und bei Ämterfragen, sondern haben auch den einen oder anderen Vorschlag. Christina kann allerdings nur in der ersten Woche daran teilnehmen, da Freitag das ersehnte Mail mit der behördlichen Anerkennung ihrer Lehrer-Ausbildung für die Arbeit in Kinderbetreuungseinrichtungen in die Mailbox "flatterte". Das heißt, es stehen ihr jetzt alle irischen Kindergartentüren offen und ganz besonders die Tür der "Carrigallen Childcare", wo Christina bereits seit ihrem erfolgreichen Bewerbungsgespräch Mitte Dezember eine Jobzusage hat, so ihre Ausbildung entsprechend der irischen Qualitätskriterien anerkannt wird. Nun stand dem nichts mehr im Wege und so trat Christina gleich heute, Montag, ihren neuen Dienst an. Der erste Arbeitstag verlief wunderbar positiv - möge es so weiter gehen! Welche großartige Entwicklung - uns ist jetzt erst mal zum Feiern zumute!!

Ach ja, und dann die Musik. Neben regelmäßigen Besuchen von Máirtín und Workshops mit Gerry Harrington haben uns unsere Vermieter zum in ihrer wunderbaren, lieben Art Tickets für ein Konzert, zu Weihnachten geschenkt, dass es am 13. Januar zu besuchen galt. Es war ein Konzert der "Fureys", einer seit Jahrzehnten international erfolgreichen irischen Band. Und es fand ganz nah bei uns, in Carrick on Shannon, statt. Irische Lieder in authentischer Atmosphäre zu erleben, das hat schon was ganz Eigenes für sich. Erstens kennt das Publikum jeden Refrain auswendig und bei vielen Liedern singt das Publikum mehr als die Musiker, andererseits ist solch eine Musik hier fast selbstverständlich und Reels und Jigs werden so zum Drüberstreuen eingeworfen. Als wir dann auf dem Weg nach draußen auch noch mit einer Anfrage bezüglich bezahlter Live Musik in unserem Pub in Fenagh angesprochen werden, und dann auch noch vom Akkordeonisten der "Fureys" eine Einladung zu Sessions in den Midlands bekommen, ist unser Abend gelaufen. Wir können es fast nicht verstehen, wie Irland uns immer wieder entgegenkommt...

Aber nicht alles, was glänzt, ist Gold. Manchmal ist es auch Bronze aus der ebenso genannten Zeit. Dass wir in einer Dolmen-Gegend wohnen habe ich sicher schon erwähnt. Ein Dolmen (nicht mit Dolm zu verwechseln) ist ein alter Grabstein, etwas aus dem 3. vorchristlichen Jahrtausend. Solche Dolmen sid bei uns hier in Leitrim noch an vielen Ecken zu finden. Und nachdem wir unsere erste Reisebuchungsanfrage einer österreichischen Waldorf-Schulklasse bekommen haben, führen uns unsere Recherchen zu den erstaunlichsten Geschichten und Orten. Gleich auf unseren Nachbargründen stehen zumindest zwei alte Dolmen, wovon einer gut zu sehen ist, der andere überwuchert wurde und gern freigelegt werden möchte, sowie eine alte Kirche/Kapelle aus dem 10. oder 11. Jahrhundert, die auch nur nach einigem Suchen zu finden istl. Welch spanenden Aufgaben da noch auf uns warten?!

Neben diesen wunderbaren Fügungen gibt es auch noch geplante Highlights wie das gestrige "Conny Ryan Set Dancing Weekend" bei Dublin. Unsere Tanzgruppe „Happy Tappers“ aus Leitrim hat dazu einen Bus gechartert um gemeinsam zu Workshops und Nachmittags-Chelí zu fahren. Tanzen ist eine wundervolle Bewegungs- und Begegnungsform und in einer formierten Gruppe macht das Ganze nicht nur Spaß, sondern wirkt sogar harmonisch. Wir haben mittlerweile das Gefühl, als ob wir schon Eweigkeiten dabei gewesen wären. Es war ein Tag, der uns noch lange in bester Erinnerung sein wird. Und dass Christina bei den erschiedenen Céilí-Tanz-Tagen immer wieder ihre Bekannten aus der "Joe Mooney" Set Dancing Woche aus Drumshanbo trifft, zeigt, dass es sich bei den Set-Dancern um eine große Familie handelt. Und wir dürfen nun immer mehr Teil dieser Tanz-Familie werden.

 

LadyEshnaVonPurr

Und last but not least hier wieder ein paar Grußworte von "Lady von Eschna-Purr":

„Mau! Ich hab ja von Menschen-Tänzen wenig Ahnung und musikalisch versteh ich mich mehr auf Katzenmusik. Doch wenn die Beiden wieder losziehen und sich weiß Katz' wo herumtreiben, so muss ich lobend festestellen, dass sie allabendlich bzw. allnächtlich brav wieder nach Hause kommen. Da pass ich schon auf und warte auf sie vor dem Haus. Irgendwie sind sie dann auch immer so streichelbedürftig und sehr großzügig was die Leckerlis anbelangt... Ich glaube, sie fühlen sich auf meinem Hof sehr wohl."


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